Einer aktuellen Nielsen-Online Untersuchung nach, sanken besonders in England erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen der Marktforscher die monatlichen Userzahlen. So suchten laut der Analyse nur noch 8,6 Mio. Nutzer im Januar das Portal von Facebook in England auf, im Dezember 2007 verzeichnete man noch 8,9 Mio. Besucher. Aber auch in Spanien (von 682′000 auf 659′000) und in Frankreich (von 1.89 Mio. auf 1.87 Mio.) fiel die Zahl der einzelnen User im vergangenen Monat. Wie Nielsen-Analyst Alex Burmaster bestätigt, sei nicht nur…bei Facebook der Wachstumshöhepunkt mittlerweile überschritten. Auch bei den Konkurrenz-Plattformen MySpace und Bebo seien die gemessen Höchstwerte bereits im April bzw. Juli 2007 erreicht worden.
Welle der Konsolidierung
«Ich bin davon überzeugt, dass im Social-Community-Bereich eine Welle der Konsolidierung auf uns zukommen wird», meint Markus Hübner, Web-Experte der Agentur Brandflow auf Anfrage. Dies liege auch an der sich zunehmend verschärfenden Konkurrenzsituation. «War am Anfang des Community-Booms noch genug vom Gewinnkuchen für jeden Anbieter übrig, kristallisieren sich nun jene Plattformen heraus, die für die User wirklich relevant sind», erklärt Hübner.Die unterschiedliche Entwicklung am europäischen und am US-Markt ergebe sich aufgrund verschiedener Marktsituationen. «In den USA ist die Sättigung am Social-Networking-Sektor noch nicht so stark gegeben wie in Europa», stellt der Web-Experte fest. Dort könnten Unternehmer mit innovativen Ansätzen sich noch erfolgreich am Markt positionieren. «Sobald der Innovationsgrad ausgereizt ist, wird aber auch in den USA eine Beruhigung im Community-Bereich eintreten», ist Hübner sicher.
Registrierungs-Müdigkeit
Die Gründe für den Userrückgang liegen laut Hübner aber nicht nur alleine in der ausgeprägten Konkurrenzsituation am Markt. Auch der mit der Nutzung von Social-Networking-Portalen verbundene hohe Verwaltungs- und Kommunikationsaufwand wirke in diesem Zusammenhang vielfach kontraproduktiv. «Die ‘Registrierungs-Manie’ ist dem einzelnen Nutzer mittlerweile einfach zu anstrengend», führt Hübner aus. Verwaltungskomfort stellt demnach für Social-Community-Anbieter schon jetzt ein wesentliches Anliegen dar. «Ein zunehmend wichtiges Entscheidungskriterium für den User wird künftig zudem die Beständigkeit einer Plattform sein», ergänzt der Web-Experte.
Für den deutschsprachigen Markt sei vor allem der für das erste Quartal 2008 angekündigte Deutschland-Start von Facebook interessant. «Derzeit bleibt noch abzuwarten, wie genau sich Facebook am deutschen Markt positionieren wird», meint Hübner. Wie sich die Situation der Social-Communities in Zukunft weiterentwickeln wird, sei zur Zeit schwer abzuschätzen. «Generell besteht sicher noch einiges an Wachstumspotenzial. Wie genau es allerdings in diesem Bereich weitergeht, werden erst die nächsten ein, zwei Quartale zeigen», so Hübner abschliessend.
Quelle: http://www.news.ch/Social+Communities+verlieren+User/301871/detail.htm?




2 Antworten bis hierher ↓
Bremsen Social Communities den jugendlichen Lerneifer? « Der Kontakt Blog // März 6, 2008 um 12:14 Uhr nachmittags
[...] in den Familien bereits registriert und tragen möglicherweise so - wie kürzlich bereits von uns berichtet - zur Stagnation von Neuanmeldungen der Geschwister bei. Mehr zur Studie…Soziale Netzwerke [...]
Sebastian // März 10, 2008 um 8:53 Uhr vormittags
Zenit erreicht? In den USA besitzen gemäss “Studien” 70% aller Jugendlichen mit Internetanschluss unter 16 Jahren einen Account alla Facebook. Irgendwann ist der Markt nun mal gesättigt. Das es Konkurrenzportale schwer haben, dem widerspricht keiner.
Vergleichen Sie die Zahlen mit Europa und Sie werden feststellen, dass trotz der kulturellen Unterschiede noch viel Raum ist.
Auf der anderen Seite sollte man hinterfragen, von wem diese Studien sind oder in wessen Auftrag diese gemacht wurden. In diesem Fall ist es anscheindend wieder eine Web-Agentur.
Geld verdienen mit Communities:
Communities lassen sich nun einmal nicht einfach “branden” und akzeptieren nicht die Werbung von jedermann. Womit eine klassische Berechnung des ROI fehlschlägt und Agenturen “Community-Lösungen” nicht so einfach an die Firmen verkaufen können. Was man nicht verargumentieren kann, wird als negativ dargestellt, damit man stattdessen wieder zu “klassischen” Massnahmen zurück greifen kann.
Anderer Grund, warum es knackst:
Communities, die sich selber organisieren, kommen organisatorisch, technisch, finanziell und kommunikativ in vielen Fällen schnell an ihre Grenzen. Es ist ein “Learning” der “Nutzer”, dass auch eine Community Regeln, Geld und Manpower benötigt. Diskussionen wie zum Beispiel bei wikipedia und deren finanzielle Schieflage (Wikipedia NICHT vor dem Aus? http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,467345,00.html ) bringen ebenfalls einen negativen Touch in die aktuelle Diskussion.
Aber trotzdem wird keiner bestreiten, dass der Nutzen von Wikipedia und Web X.0 Portalen meist unbestritten ist.
Fazit:
1.) Communities selbst
Es gilt die richtige Balance aus Selbstbestimmung, Regelung, Freiheit und Grenzen zu finden und immer wieder auszubalancieren.
2.) Eine Community muss ab einer bestimmten Grösse irgendwie zu Einnahmen kommen. Mit der Brechtstange oder einem Werbebanner geht dort gar nichts. Ein klarer Mehrwert muss für jedes einzelne Mitglied der Community generiert werden, ohne dass sich dabei das Mitglied selber verkauft.
Wie? Fragen Sie jemand anders, als den, den Sie die letzten Jahre gefragt haben.
Kommentar schreiben